WAISENHAUS


Die EBOLA-Epidemie, die 2014/2015 das Leben in Liberia bestimmte, führte zu einem Zusammenbruch der bereits marginalen ökonomischen Situation im Lande. Familien verloren ihren Ernährer oder ihre Ernährerin, Kinder wurden zu Waisen. Die seelische Belastung für die Bevölkerung durch den Tod eines oder mehrerer Familienangehöriger trug schwer. Da die liberianische Bevölkerung noch immer traumatisiert ist, weil die Kriegserlebnisse des Bürgerkrieges, der von 1989 bis 2003 herrschte, noch nicht aufgearbeitet wurden, war die Zeit während der EBOLA-Krise besonders schwer. Die Bevölkerung entwickelte körperliche Beschwerden, wie bei der Konsultation in der GERLIB CLINIC festgestellt wurde. Das Management und das Team der GERLIB CLINIC waren während der EBOLA-Krise aktiv tätig. Aufgrund der Kenntnisse der Situation der Kinder im Lande und der gemachten Erfahrungen während der EBOLA-Epidemie, entschied ich mich ein Waisenhaus für EBOLA-Waise zu gründen. Diese Entscheidung wurde erleichtert durch das Angebot der deutschen Organisation BILD e.V. Ein Herz für Kinder, die die finanziellen Mittel für das Gebäude zur Verfügung stellt. Die Einrichtung und das Projekt 'Waisenhaus' ist unter der Schirmherrschaft der Margret-Gieraths-Nimene-Stiftung registriert. Der Vorstand hat auf seiner Sitzung beschlossen, dass 25 Mädchen im Alter von 4 bis 17 Jahren ein neues Zuhause finden sollen.

Ich bin mir der Verantwortung, die ich mit dieser Aufgabe übernehme, sehr bewusst. Täglich erlebe ich die Kinder und deren unschuldiges Verhalten in der GERLIB CLINIC und auch im GERLIB COMMUNITY CENTER. Es zerreißt mir manchmal das Herz zu erfahren, unter welchen Bedingungen die Kinder leben.

Nicht allen Kindern in Liberia kann geholfen werden, jedoch kann ich dazu beitragen, dass einige Kinder ein Leben in Würde führen können, indem ich die Errichtung des Waisenhauses initiiere und mich für ihr Wohlbefinden einsetze. Kinder und Jugendliche wurden seit meiner Ankunft in Liberia gefördert und sind heute ein produktives Mitglied der liberianischen Gesellschaft, gehen einer Arbeit nach, können sich und ihre Familie ernähren und leben ein selbständiges, unabhängiges Leben.

MAGIF Inc. arbeitet eng mit dem Ministry of Health & Social Welfare und dem Ministry of Gender zusammen. Die finanzielle Unterstützung seitens der Regierung sieht eine monatliche Zahlung von 6 USD pro Kind vor. Diese Summe reicht nicht aus, um ein Kind zu ernähren, zu kleiden und ihm eine Schulbildung zu ermöglichen.


KONZEPT


MAGIF Inc. bietet den Mädchen ein Zuhause, in dem Liebe, Verständnis, Respekt und Freude herrschen soll. Neben der Befriedigung der elemantaren Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Hygiene und ein harmonisches Zuhause, werden die Mädchen eine Schulbildung erhalten. Zusätzlich zu ihren Pflichten, wie Lernen und Unterstützung im Haushalt nach der Schule, haben sie ein Recht auf Spielen und Entspannung. Sie werden beschützt und ihre Selbständigkeit wird gefördert entsprechend ihren Fähigkeiten und Interessen. Sie sollen nach Ablauf ihres Aufenthaltes im MAGIF Waisenhaus ein Leben in Würde führen können und ein produktives Mitglied der liberianischen Gesellschaft sein.

Sie werden Schulen besuchen, die in Zubah Town angesiedelt sind. Die kleineren Kinder im Alter zwischen 6 und 8 Jahren werden zunächst das GERLIB COMMUNITY CENTER besuchen, das zu Fuß in 10 Minuten zu erreichen ist.

Die medizinische Versorgung erfolgt durch die GERLIB CLINIC.

Sozialarbeiter werden die Mädchen betreuen, Wachpersonal und Reinigungskräfte werden eingestellt werden.



GEBÄUDE


Es stehen sechs große Schlafräume zur Verfügung, die mit je zwei bzw. drei Hochbetten ausgestattet sind. Es gibt sieben Toiletten und Duschen sowie eine Küche und einen großen Essraum.

Ein großer Raum im Untergeschoss bietet Möglichkeiten zum Spiel und zur Erholung, genauso wie der Garten, der das Gebäude umgibt und in dem ein Spielplatz errichtet werden soll. Der Garten bietet außerdem Platz, um landwirtschaftliche Aktivitäten wie das Anpflanzen von Gemüse und/oder Blumen zu praktizieren.

Ein Solarsystem versorgt das Haus mit Strom und ein Brunnen auf dem Gelände liefert frisches, reines Wasser.

Die Finanzierung des Gebäudes ist durch Bild hilft e.V. Ein Herz für Kinder, Hamburg ermöglicht worden. Die Wasserversorgung und der Bau des Brunnens wurden durch HDL - Das Hilfswerk der Deutschen Lions e.V., Wiesbaden finanziert. Die finanziellen Mittel für die Inneneinrichtung, wie z.B. Betten, wurden von der Deutschen Botschaft, Monrovia zur Verfügung gestellt, sowie vom Verein Liberia - Hilfe zur Selbsthilfe e.V., Essen.